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Mein Leben mit neuem Knie

Dank eines Implantats, das ihr am St. Josef Krankenhaus Werden eingesetzt wurde, kann Barbara Bienek wieder Treppen steigen.

Am Ende wurde es wirklich Zeit. Die Schmerzen waren einfach zu groß geworden, als es letztes Jahr auf Weihnachten zuging. „Ich hatte es nur noch mit Mühe geschafft, in meine Wohnung im zweiten Stock zu gelangen. Vollbepackt mit Einkäufen war es noch viel schlimmer, sich bis zur Haustür hochzukämpfen“, erzählt Barbara Bienek von ihrer monatelangen Leidenszeit. Das rechte Knie der 58-jährigen Verwaltungsbeamtin der Stadt Essen wollte einfach nicht mehr mitspielen. Es gab bei jeder Bewegung einen beängstigend knackenden Laut von sich. Da konnte auch die idyllische Wohnumgebung in Kettwig nicht mehr drüber hinwegtrösten. „Was nützen mir die Ruhr-Auen oder der Kettwiger See direkt in der Nähe, wenn ich da nicht mehr hingehen kann?“, fragte sich Bienek.

Tschüss Gehhilfen! Barbara Bienek konnte schnell wieder auf eigenen Beinen stehen.

Ein gutes halbes Jahr beißt sie die Zähne zusammen. Schließlich geht sie zu ihrem Orthopäden. Der eröffnet ihr, dass er ihr nicht helfen kann. „Ich könnte jetzt jede Menge Geld mit sinnlosen Behandlungen an Ihnen verdienen, aber die Röntgenaufnahmen sprechen eine eindeutige Sprache: Sie brauchen ein neues Kniegelenk!“

Unfall mit Spätfolgen

Auf seine Empfehlung wird Bienek Anfang Januar in der Universitätsmedizin Essen vorstellig. Bei der Aufnahme im St.Josef Krankenhaus durch Klinikdirektor Prof. Dr. Marcus Jäger kommt ein längst verblasstes Ereignis wieder zutage: ein Motorradunfall im Sommer 1983, bei dem sich Bienek Unter- und Oberschenkel brach. „Ich dachte mir gleich, dass es mit dieser alten Geschichte etwas zu tun haben könnte“, erklärt der Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. In den Jahren nach dem Unfall hatte sich Bienek eine X-Bein-Fehlstellung angewöhnt, die für ihr Kniegelenk immer mehr zur Belastung wurde. Das Bein schlackerte regelrecht beim Gehen, sodass ein künstliches Kniegelenk notwendig geworden war. Der Facharzt diagnostiziert eine posttraumatische Arthrose.

„Angst vor der OP hatte ich keine. Ich wusste ja, dass es nichts Lebensbedrohliches war. Und zudem wollte ich endlich wieder richtig gehen können“, so Bienek. Die Beamtin, die beruflich Anträge auf Schwerbehindertenausweise bearbeitet, hat vollstes Vertrauen in das Behandlungsteam von Jäger. Innerhalb weniger Tage ist ein Termin für den Eingriff vereinbart. „Schließlich wollte ich mir nicht selbst so einen Wisch ausstellen müssen“, sagt sie rückblickend mit einem Lachen. 90 Minuten dauern ein Fußballspiel oder eine „Tatort“-Folge. Ebenso viel Zeit benötigt Jäger, um Barbara Bienek ein künstliches Kniegelenk einzusetzen. Der Eingriff verläuft ohne Komplikationen. „Bei Frau Bienek haben wir uns für den Oberflächenersatz entschieden. Das ist die am wenigsten aufwendige Variante bei der Knie-Endoprothetik“, erläutert der Orthopäde. Schon am zweiten Tag nach der Operation wird sie mobilisiert und unternimmt erste Schritte über den Flur der Station 3B. Nur wenige Tage später wird sie entlassen und beginnt mit ihrer Reha-Maßnahme. Schnell macht die Beamtin große Fortschritte, die Leidenszeit geht ihrem Ende entgegen. „Ich freue mich so darauf, bald wieder Sport zu machen, auf die Bewegung – Joggen im Frühling an der Ruhr, Nordic Walking, Zumba, Pilates, das alles steht mir jetzt wieder offen. Und das Wichtigste: einfach wieder die Treppen zu meiner Wohnungstür hochzukommen.“

Neues Kniegelenk gefällig?

Die Kontaktdaten der Orthopädie am Standort St. Josef Krankenhaus Werden finden Sie unter:
www.sankt-josef-werden.de​​​​​​​


Fotos: Bozica Babic, Privat, Jochen Tack/Stiftung Zollverein